Koch, Ingenieur oder Altenpflegerin – viele Mädchen und Jungen fragen sich im Laufe ihrer Schulzeit, was sie später mal werden wollen. Um aus den unzähligen Möglichkeiten das Passende auswählen zu können, hilft es, seine eigenen Stärken zu kennen und zu wissen, in welchen Berufen diese gefragt sind. Genau das lässt sich mit dem vor rund sechs Jahren initiierten außerschulischen Angebot „Learn about skills – Der Berufswahlparcours“ herausfinden. Der 500 Quadratmeter große Erlebnisparcours arbeitet mit einer Reisemetapher. In pädagogisch begleiteten Gruppen machen sich die Jugendlichen zwei Stunden lang auf den Weg zu fantasievollen Orten. An jeder der insgesamt vier Stationen entscheiden sie sich für Aufgaben und bekommen je nach Lösungsweg von der Reisebegleitung einen oder mehrere Stärken-Sticker auf die Schulter geklebt. Diese symbolisieren beispielsweise, dass die- oder derjenige Spaß an Zahlen hat oder Menschen gerne hilft. Unter anderem in der Station „sturmfreie Bude“ müssen die Jugendlichen ein Bett machen. Die eine Seite des Bettes soll so ordentlich wie möglich aussehen, auf der anderen Seite können sie sich kreativ austoben.

Dass Schwächen in dem Parcours keine Rolle spielen, gehört übrigens zu dessen Konzept, denn nur die Stärken sind wichtig für die Berufswahl. Die Reisebegleiter motivieren die Mädchen und Jungen, geben Feedback und vermitteln: „Klasse, was du kannst!“

Am Ende des Parcours werden die Stärken dann mit potenziellen Berufsfeldern zusammengeführt und für die Nachbereitung im Unterricht dokumentiert. Am Ende können die Teilnehmenden einen „Stärke-Schrank“ öffnen und sehen, welche Gegenstände in der Berufswelt zu ihrer dominierenden Stärke passen. Die begleitenden Lehrkräfte lernen währenddessen in einem Workshop das Stärkenkonzept des Parcours und passende Unterrichtsmaterialien kennen. Und auch die Eltern können sich vor Ort informieren und wichtige Partner der beruflichen Orientierung kennenlernen.

Jährlich starten über 11.000 Schülerinnen und Schüler der siebten und achten Klassen aller Schulformen im Land mit dem Berufswahlparcours ihren individuellen Berufswahlprozess. „Ein starker Startschuss für den gemeinsamen Weg der Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte zum richtigen Ausbildungs- und Studienberuf“, sagt Andreas Petters, verantwortlich für die Berufliche Orientierung im Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur. „Oft sind die Jugendlichen von ihren Stärken so überrascht, dass sie gleich danach ein Betriebspraktikum machen wollen, um zu prüfen, ob das mit der Stärke auch in der betrieblichen Praxis funktioniert“, so Petters.