Mit Freunden chatten, Serien streamen, über Apps lernen – viele unserer Lebensbereiche spielen sich inzwischen online ab. Auch das Lernen und Lehren wird dank der Digitalisierung immer effizienter, vielseitiger und sogar in einer Pandemie möglich. Eine Menge ist hier schon erreicht. Doch nicht zuletzt Corona hat gezeigt, dass es noch viel zu tun gibt. Darum zählt die Landesstrategie „Digitale Schule MV“ derzeit auch zu den wichtigsten politischen Vorhaben in Mecklenburg-Vorpommern. Viel Geld steht dafür bereit. Zusätzliche 80 Millionen Euro sollen der Umsetzung nicht nur einen kräftigen Schub verleihen, sondern die digitale Bildung auf ein dauerhaft tragfähiges Fundament stellen. Dafür arbeiten das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, der Landkreistag, der Städte- und Gemeindetag Mecklenburg-Vorpommern und der eGovernment Zweckverband M-V Hand in Hand.

Ziel der Strategie ist es, die Schulen, Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler mit der nötigen Hard- und Software auszustatten, um digitales Lehren und Lernen zu ermöglichen. Gleichzeitig sollen die Kinder und Jugendlichen auch lernen, sich sicher in der digitalen Welt zu bewegen und die neuen Möglichkeiten optimal zu nutzen. Die Digitalisierungsstrategie fußt auf drei Säulen: Unterricht, IT-Infrastruktur und Qualifizierung.

Unterricht: Gut ausgestattet und informiert in der digitalen Welt Die Ausstattung mit digitalen Unterrichtsmaterialien und Werkzeugen (z. B. Tablets) zählt genauso dazu, wie die Vermittlung von Kompetenzen. Bereits 2016 hat das Land das Unterrichtshilfenportal für Lehrkräfte bereitgestellt, in dem Materialien für die Fächer Deutsch, Mathematik, Geografie und viele andere enthalten sind. Was mit 3.700 Materialien begann, ist mittlerweile auf einen Fundus von 16.000 Unterrichtshilfen angewachsen. Kompetenzen werden unter anderem im Unterrichtsfach „Informatik und Medienbildung“ vermittelt. Seit dem Schuljahr 2019/2020 steht es ab Klasse 5 auf dem Stundenplan.

IT-Infrastruktur: Technik, die wirklich begeistert Über den DigitalPakt Schule fließen bis Ende 2024 99,2 Millionen Euro in den Ausbau der IT-Infrastruktur aller Schulen in Mecklenburg-Vorpommern. Das Land investiert weitere 9,92 Millionen Euro und übernimmt den erforderlichen Anteil der Kofinanzierung der Schulträger. Die Schulen können damit beispielsweise ihre LAN/ WLAN-Netze ausbauen oder ihre Computerkabinette modernisieren. Auch Plattformen werden erweitert, wie das cloudbasierte Lernmanagementsystem „itslearning“. Im Coronabedingten Distanzlernen haben es viele Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern als Kommunikationskanal schätzen gelernt. Seit März 2021 sind damit auch Videokonferenzen möglich. In der Corona- Pandemie haben Bund und Länder den DigitalPakt Schule um drei Zusatzprogramme erweitert. Über das Sofortausstattungsprogramm für schulgebundene Endgeräte können Schülerinnen und Schüler mobile Endgeräte erhalten, wenn ihnen zu Hause kein Computer zur Verfügung steht. Über ein weiteres Zusatzprogramm kaufen die Schulträger Endgeräte und leihen sie an die Lehrerinnen und Lehrer aus. Und dann gibt es noch das sogenannte Administratorenprogramm, über das IT-Fachkräfte für Schulen ausgebildet und angestellt werden.

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Qualifizierung: Lehrkräfte und Schulleitungen digital fit machen Damit Lehrkräfte digital lehren, aber auch digitale Kompetenzen vermitteln können, stattet das Land sie mit dem nötigen Know-how aus. Entsprechende Fortbildungen bieten das Medienpädagogische Zentrum (MPZ) und das Institut für Qualitätsentwicklung (IQ M-V) des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur an. Seit 2018 gibt es außerdem ein Netzwerk von medienpädagogischen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Die Mitglieder sind selbst Lehrkräfte und beraten, qualifizieren und begleiten Lehrerkollegien vor Ort bei der Umsetzung des DigitalPaktes. Auch die Organisation von Fortbildungen soll moderner werden. Das Land will eine integrierte Fortbildungsdatenbank aufbauen. In dieser Datenbank sollen nicht nur alle Fortbildungsangebote aufgeführt werden; auch der organisatorische Workflow von der Anmeldung bis hin zur Teilnahmebestätigung soll komplett digital erfolgen.

Eine digitale Landesschule entsteht Eines der großen Vorhaben der Digitalisierungsstrategie ist die digitale Landesschule. Sie wird einzigartig in der aktuellen Schullandschaft in Mecklenburg-Vorpommern sein. Sie soll Unterrichtsausfall verhindern und das Distanzlernen in den regulären Schulalltag integrieren. Zudem sollen hier Schülerinnen und Schüler Förderangebote finden. Die digitale Landesschule ist als Schule ohne Schulhaus gedacht und will langfristig ein vollwertiges Unterrichtsangebot online bereitstellen. Im allgemein bildenden Bereich gleicht sie einer kooperativen Gesamtschule mit Grundschule. Im ersten Schritt produzieren Lehrkräfte digitale Unterrichtseinheiten für ausgewählte Fächer und Klassenstufen und stellen sie bereit. Im zweiten Schritt sollen Angebote für alle Jahrgangsstufen und Schularten folgen. Die Kinder und Jugendlichen können diese dann von überall online nutzen. Auch in der beruflichen Bildung sollen die Schülerinnen und Schüler auf ein digitales Unterrichtsangebot zurückgreifen können. Das Land plant, zunächst mit Lernfeldern und Modulen in zwei Berufsbereichen zu beginnen und das Angebot anhand der gesammelten Erfahrungen auszubauen.