An 21 weiterführenden Schulen in Mecklenburg-Vorpommern hat die Zukunft schon begonnen. Sie beteiligen sich an dem Modellprojekt, bei dem das neue Unterrichtsfach „Informatik und Medienbildung“ schon heute auf dem Stundenplan steht. Wenn alles gut läuft, soll es landesweit an allen weiterführenden Schulen eingeführt werden. Jeweils 10.000 Euro haben die Modellschulen erhalten, um digitale Technik anschaffen zu können. Bei der Förderung handelt es sich um Bundesmittel aus dem Programm „Bildungsketten“. Mit dem Geld konnten die Schulen Notebooks, Tablets, Software, digitale Foto- und Videokameras anschaffen.

Neuer Rahmenplan tritt in Kraft

Im Unterricht lernen die Schülerinnen und Schüler nicht nur, mit den digitalen Medien und Geräten umzugehen. Sie erfahren auch, was in ihnen passiert. In den höheren Jahrgangsstufen kommen immer mehr Programmierkenntnisse hinzu. Das neue Fach „Informatik und Medienbildung“ ist ein wichtiges Projekt, mit dem das Land die Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ der Kultusministerkonferenz umsetzt. Mit dem Schuljahr 2018/2019 führt Mecklenburg-Vorpommern außerdem einen sogenannten Rahmenplan „Digitale Kompetenzen“ ein. Er bezieht sich auf alle Fächer und schreibt vor, welche Kenntnisse die Schülerinnen und Schüler erlangen sollen. Mit Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren; Kommunizieren und Kooperieren; Produzieren und Präsentieren; Schützen und sicher Agieren, Problemlösen und Handeln; Analysieren und Reflektieren sind diese bundesweit einheitlichen Kompetenzen umschrieben.

Die Wirtschaft fordert seit langem, dass Jugendliche im Umgang mit digitalen Medien besser geschult werden müssten. Wissenschaftler und Schulleiter warnen jedoch vor einem Digitalisierungs-Hype. Digitale Technik müsse alle zwei Jahre erneuert werden, weil die Geräte schnell veralten oder kaputt gehen. Auf die Schulträger kämen weitere Kosten zu. Wichtiger ist Forschern und Pädagogen aber etwas ganz anderes: Die Digitalisierung sei kein Ersatz für motivierte Lehrerinnen und Lehrer. Um Schülerinnen und Schülern Lesen, Schreiben und Rechnen zu vermitteln, brauche man nämlich gar keine Computer.