Der Weg zur digitalen Schule – eine Übersicht
Zum Schuljahr 2018/2019 ist der fächerübergreifende Rahmenplan „Digitale Kom­petenzen“ in Kraft getreten. Parallel dazu hat die schrittweise Überarbeitung der etwa 150 Rahmenpläne für Fächer der allgemein bildenden Schulen begonnen. Lerninhalte der digitalen Bildung sollen in die einzelnen Rahmenpläne aufgenommen werden.

Zum Schuljahr 2019/2020 wird das neue Unterrichtsfach „Informatik und Medien­bildung“ an allen weiterführenden Schulen (Jahrgangsstufe 5 bis 10) eingeführt. Die Stundentafel wird entsprechend angepasst. Die curricularen Vorgaben zum künftigen Rahmenplan „Informatik und Medienbildung“ wurden an 21 Modellschulen erprobt.

Das FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht stellt als Medieninstitut der Länder Filme und digitale Arbeitsmaterialien für den Schulunterricht bereit. Es ergänzt damit das Angebot an modernen Materialien, die im Unterrichtshilfenportal des Landes den Lehrkräften zur Verfügung stehen.

Aus dem DigitalPakt Schule kann Mecklenburg-Vorpommern über einen Zeitraum von fünf Jahren mit insgesamt rund 100 Millionen Euro vom Bund rechnen. Bis zum Ende dieser Wahlperiode, also bis Ende 2021, sind es ca. 70 Millionen Euro. Alle staatlichen und privaten allgemein bildenden und beruflichen Schulen sollen nach einem abgestimmten Verteilschlüssel von den Mitteln profitieren. Näheres regelt eine Förderrichtlinie.

Die Fördermittel über den DigitalPakt Schule sind insbesondere für die notwendige technische Infrastruktur in den Schulgebäuden (Verkabelung, WLAN) und zum Ankauf von Smartboards vorgesehen. Diese Bundesmittel werden als Infrastrukturförderung gewährt, Klassensätze von Tablets sollen in der Regel nicht angekauft werden. Darüber hinaus wird im Land eine einheitliche Lernplattform aufgebaut.

Um diese Fördermittel erhalten zu können, müssen Schulen Medienbildungskonzepte erarbeiten, die Teil des Schulprogramms sind. Das Bildungsministerium hat eine entsprechende Handreichung zur Verfügung gestellt, um die Schulen zu unterstützen. Die Schulträger als Antragsteller erarbeiten Medienentwicklungspläne.

Das Medienpädagogische Zentrum (MPZ) des Bildungsministeriums wurde personell erweitert. Mit sechs Regionalbeauftragten für Medienbildung steht jeder kreisfreien Stadt bzw. jedem Landkreis ein/e feste/r Ansprechpartner/in für alle Fragen der Abstimmung zwischen Schulträger und Schule bei der Umsetzung des DigitalPaktes Schule zur Verfügung.

Gleichzeitig hat das MPZ ein Netzwerk von medienpädagogischen Multiplikatoren für die Beratung der Schulen aufgebaut. Die Multiplikatoren begleiten die Lehrerkollegien bei allen Fragen rund um die Umsetzung des DigitalPaktes und unterstützen sie bei der Erarbeitung des Medienbildungskonzeptes sowie bei der Umsetzung schulinterner Fortbildungskonzepte.

In fünf Regionalkonferenzen mit insgesamt über 900 Teilnehmenden sind Schulleitungen, Schulträger staatlicher und privater Schulen und IT-Dienstleister über die Digitalisierung im Schulbereich informiert worden.

Referendarinnen und Referendare erhalten während des Vorbereitungsdienstes eine zweitägige Einführung in die Medienbildung, die auch praktische Medienarbeit umfasst.

Das Bildungsministerium sichert überregionale und regionale Fortbildungen für Lehrkräfte ab. Neue Formate wie Online-Fortbildungen sollen erprobt werden. Grundlage ist ein neu aufgelegtes Fortbildungskonzept. Außerdem widmen sich die Sommer- und Winterakademien des IQ M-V dem Thema „Bildung in der digitalen Welt“.

An der Universität Greifswald und an der Universität Rostock wird jeweils eine Professur für Medienpädagogik eingerichtet, um die Vermittlung fachdidaktischer Kompetenzen in der Lehramtsausbildung in diesem Bereich zu stärken.

Die Schulverwaltung als gemeinsame Aufgabe des Landes und der Schulträger soll technisch zeitgemäß aufgestellt werden. Eine Projektgruppe hat unter Beteiligung der kommunalen Ebene die Arbeit für ein „Integriertes Schulmanagementsystem“ (ISY M-V) aufgenommen. Ziel ist es, unterschiedliche Software in einer landeseinheitlichen Schulverwaltungssoftware zu integrieren (Schulstundenplaner, digitales Klassenbuch, Notenbuch, Diagnostik, Lehrerpersonalverwaltung, Dienststellenverwaltung, Kommunikationsmittel für Schule und Eltern).