Wer in Mecklenburg-Vorpommern Lehramt studiert, hat es gut. Die Jobaussichten sind fabelhaft, denn Lehrerinnen und Lehrer sind heiß begehrt. Und auch die Qualität des Studiums wird von höchster Stelle überwacht und entwickelt. Mit einer wissenschaftlichen Studie ist das Land Mecklenburg- Vorpommern den Fragen nachgegangen, wie viele junge Menschen ihr Studium erfolgreich absolvieren und wo es Verbesserungspotenzial gibt. Das Ergebnis: Viele Studierende führen ihr Studium nicht zu Ende. „Mit der Studie ‚Studienerfolg und -misserfolg im Lehramtsstudium’ ist Mecklenburg- Vorpommern bislang das einzige Bundesland, das auf Basis einer wissenschaftlichen Untersuchung den Studienverlauf von Lehramtsstudierenden unter die Lupe nimmt“, betont Prof. Dr. Carolin Retzlaff-Fürst, Direktorin des landesweiten Zentrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung. „Die Ansätze der Studie werden weitergeführt: Regelmäßiges Prüfungs- und Studiengangsmonitoring soll dazu beitragen, Lehramtsstudierende optimal zu unterstützen und ihnen zum Abschluss zu verhelfen.“ Die aus den Ergebnissen abgeleiteten Maßnahmen zeigen bereits positive Wirkung, wie die Nachfolgestudie bescheinigt.

Besser ankommen Weil gerade die ersten vier Semester maßgeblich sind für einen erfolgreichen Studienabschluss, betreuen in Rostock und Greifswald seit dem Wintersemester 2020/ 2021 Tutoren bzw. Mentoren die Erstis. Sie beantworten Fragen, vermitteln Lerntechniken und haben ein Ohr für die Sorgen ihrer Schützlinge. Mehr als 70 Prozent der Studienanfängerinnen und -anfänger im Lehramt haben dieses Angebot genutzt. Damit sich die Studierenden gleich am Anfang besser kennenlernen und mit ihrem gewählten Lehramt identifizieren können, haben die Universitäten Greifswald und Rostock mit dem Wintersemester 2020/2021 eine sogenannte Erstsemesterwoche eingeführt.

Früher Praxiserfahrung sammeln Damit angehende Lehrkräfte schon vor dem Berufseinstieg möglichst viel Praxisluft schnuppern können, zahlt das Land seit August 2020 eine Reisekostenförderung für Praktika im ländlichen Raum. An den Universitäten Greifswald und Rostock wurden zudem Praxiskoordinatoren neu eingestellt. Sie pflegen Kontakte zu Schulen, in denen die Studierenden Praktika absolvieren können. Fest konzeptionell verankert ist die Praxisorientierung im Studium für das Grundschullehramt. In Greifswald gehen die Studierenden beispielsweise bis zum achten Semester einmal wöchentlich in die Schule und absolvieren noch ein zusätzliches Praxissemester. Insgesamt 100 Praktikumsplätze stehen hier dank eines Schulnetzwerkes bereit. Auch das neue Studiengangskonzept in Rostock sieht mehr Berufsfeldbezug vor. Vier über das gesamte Studium verteilte Praktika werden in neu entwickelten Lehrveranstaltungen intensiv vor- und nachbereitet.

Bei Prüfungen entlasten Sowohl in Greifswald als auch in Rostock beraten die Verantwortlichen in der Lehrerbildung, wie sie die Prüfungslast verringern können. Beide Universitäten erhalten bis 2023 finanzielle Mittel, um die Probleme mit den Prüfungen systematisch zu erfassen und ein nachhaltiges Prüfungsmonitoring zu etablieren.

Studienplätze fürs Grundschullehramt verdoppelt Mit einem neuen Lehramtsstudiengang für die Grundschule haben das Land und die Universität Greifswald auf den dauerhaft hohen Bedarf an Grundschullehrkräften in Vorpommern reagiert. 75 Studienplätze wurden mit dem Wintersemester 2020/2021 geschaffen. Zusammen mit 50 zusätzlichen Studienplätzen für das Grundschullehramt an der Uni Rostock, hat MV nun die Zahl seiner angehenden Grundschullehrkräfte mehr als verdoppelt.