Lernen von denen, die sich auskennen: Am 13. Dezember 2017 wurden die ersten 30 Auszubildenden als „IHK-Ausbildungsbotschafter“ für die berufliche Bildung in Neubrandenburg ernannt. Sie sind auch die ersten im Land Mecklenburg-Vorpommern. Die IHK Neubrandenburg für das östliche MV leistet damit Pionierarbeit und hat ein wichtiges Instrument zur Berufsorientierung für allgemein bildende Schulen in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald geschaffen.

IHK-Ausbildungsbotschafter Tobias Sebastian Wolters, 20 Jahre alt, wird im Greifswalder Unternehmen ml&s zum Elektroniker für Geräte und Systeme ausgebildet.
„In seinem jeweiligen Beruf kann man sich weiterentwickeln. Als Elektroniker kann man beispielsweise später den Techniker und Meister machen. Das sind interessante Perspektiven.“

Ausbildungsbotschafter sind Auszubildende im 2. oder 3. Lehrjahr bzw. Facharbeiterinnen und Facharbeiter bis 25 Jahre. Sie kommen aus 15 Unternehmen der IHK-Region und sollen künftig in Schulen oder auf Veranstaltungen als Experten ihres Berufs über ihre persönlichen Erfahrungen während ihrer Ausbildung berichten. Dabei stellen sie ihren Beruf vor und stehen in Experteninterviews für Fragen der Schülerinnen und Schüler zur Verfügung. Das Spektrum reicht dabei von Tipps zur Berufswahl und Bewerbung bis hin zur Vorstellung von kaum bekannten Berufen, die in Unternehmen der Region ausgebildet werden. Dafür werden sie in Präsentationstechniken und anderen Modulen von der IHK fit gemacht – und besuchen zusammen mit Philipp Zaddach vom Azubimarketing der IHK die Schulen. Er betreut das Projekt und ist sowohl auf der Suche nach weiteren Betrieben, die mitmachen, als auch nach Ansprechpartnern für Schulen, die Ausbildungsbotschafter einladen wollen.

IHK-Ausbildungsbotschafterin Carolin Brüggmann (rechts im Bild), angehende Immobilienkauffrau bei der Neubrandenburger Wohnungs­gesellschaft
„Wenn ich so an mich zurückdenke… ich habe damals ewig nicht gewusst, was aus mir werden soll. Ich hätte mir gewünscht, dass junge Leute mit Begeisterung zu uns in die Schule kommen und von ihren Ausbildungs­berufen erzählen.“

Wie wird so ein Einsatz in einer Schule ablaufen?

Die Besuche der Ausbildungsbotschafter werden in den Arbeit-Wirtschaft-Technik- Unterricht integriert. Sie haben dann zu zweit oder auch zu dritt bis zu 90 Minuten Gelegenheit, den Schülern die verschiedenen Möglichkeiten einer Berufsausbildung anschaulich zu machen. Geplant ist, dass alle Ausbildungsbotschafter in der Nähe ihrer Unternehmen und abwechselnd unterwegs sind. Die Ausbildungsbotschafter sollen zu Fragen und Diskussionen anregen. Philipp Zaddach von der IHK begleitet sie.

In den kommenden Jahren sollen in der IHK-Region weitere Ausbildungsbotschafter ernannt werden, um die Basis dieses neuen Projektes zu erweitern.