Wir bringen mehr Leben in die Bude! Das ist – etwas überspitzt formuliert – der Anspruch, der hinter einer Vereinbarung steckt, die das Bildungsministerium im Januar 2018 mit Dachverbänden und Netzwerken aus den Bereichen Kinder- und Jugendbildung, Kultur und Sport sowie den Kirchen geschlossen hat.

Die „Bude“, das sind die Ganztagsschulen in Mecklenburg-Vorpommern, und es geht darum, deren Nachmittagsangebote zu erweitern und mit neuen Impulsen zu versehen. Die Vereinbarung setzt darauf, dass die Schulen sich enger mit so genannten außerschulischen Kooperationspartnern vernetzen und diese mit einem eigenen Angebot an die jeweilige Schule kommen. Dafür stehen für jede Schule vom Land 2.500 Euro pro Schuljahr bereit.

Wenn es dann funkt, das Konzept dieser Zusammenarbeit also aufgeht, gewinnen alle Beteiligten. Die Ganztagsschulen haben ein buntes, vielfältiges und qualitativ gutes Angebot für die Stunden jenseits des Unterrichts. Die Schülerinnen und Schüler haben mehr Auswahlmöglichkeiten und damit eine größere Chance, etwas zu finden, das sie wirklich interessiert und fesselt. Die Eltern wissen ihre Kinder noch besser betreut und gefördert. Und für die Kooperationspartner ist es eine tolle Eigenwerbung, eine Gelegenheit, junge Menschen für sich und das eigene Tun zu begeistern:

Sportvereine können neue Mitglieder gewinnen, die Freiwillige Feuerwehr kann sich Nachwuchskräfte sichern, das Theater kann junge Zuschauer akquirieren oder sogar neue Schauspieltalente entdecken.

Wer mit wem? Anbandeln im Netz

Für die Suche nach einem oder mehreren passenden Partnern gibt es eine Online-Datenbank, die seit dem Startschuss zu Jahresbeginn stetig mit neuen Einträgen gefüttert wird. Auf der Website www.mv.ganztaegig-lernen.de können Angebote eingesehen und eingestellt werden: aufgeschlüsselt nach Schulamtsbereichen und Kategorien, wie z. B. Neue Medien, Musik oder Ökonomie. Die Serviceagentur „Ganztägig lernen“ MV kontrolliert die Daten vor dem Dating: Sie prüft alle Angebote auf ihre Seriosität, bevor sie dann online zu sehen sind.

Schule ist längst nicht mehr nur ein Lernort, sondern ebenso ein Lebensort. Sie ist ein Fixpunkt im sozialen Dasein der Kinder und Jugendlichen – das gilt umso mehr für Ganztagsschulen.

Auch auf außerschulische Kooperationen zu setzen, trägt diesem Gedanken Rechnung, denn mit solchen „importierten“ Angeboten treffen Lernen und das Leben jenseits der Schulmauern zusammen. Gleichzeitig trägt es zu mehr Chancengerechtigkeit bei, wenn Schülerinnen und Schüler durch solche Angebote aktiviert und animiert werden, ihre Neigungen und Talente zu entdecken. Wie viele Freizeitangebote es nämlich unabhängig von der Schule gibt, ist ganz unterschiedlich, je nachdem, wo man in MV zu Hause ist.

Die Zahl der Ganztagsschülerinnen und -schüler nimmt zu, deshalb will das Land mehr Kindern und Jugendlichen Zugang zu Ganztägigem Lernen verschaffen: Bis 2021 soll es 10.000 zusätzliche Plätze geben. Diesen Bereich auszubauen, bedeutet aber nicht nur mehr Kapazitäten, sondern auch gesicherte Qualität. Mit dem richtigen Partner kommt dann ganz schnell mehr Leben in die Bude!