Die Schülerinnen und Schüler der Grundschule „Ueckertal“ in Pasewalk profitieren von zusätzlicher Förderung. Drei Studierende der Universitäten Rostock und Jena greifen dem Lehrerkollegium unter die Arme und kümmern sich um Schülerinnen und Schüler der drei ersten Klassen, die besondere Unterstützung brauchen. „Auf diese Kinder gehen die Studierenden individuell ein, helfen in Fächern wie Mathe und Deutsch und gehen auch einfach mal raus“, sagt Schulleiter Ralf Schwarz. So könne der Rest der Klasse normal weiterlernen. Schwarz freut sich, junge Leute im Team zu haben und die Studierenden finden es toll, mit den ganz jungen Schülerinnen und Schülern zu arbeiten. „Das ist für die Studierenden ganz besonders!“

Der Pasewalker Schulleiter nutzt auch ein weiteres Angebot des Landes für seine Schule. So unterstützt eine Hilfskraft beim Umsetzen der Hygienemaßnahmen, desinfiziert die Computer-Tastaturen, reinigt zusätzlich Türgriffe, Treppengeländer und Kopierer. Für Schwarz steht fest: „Diese Unterstützungsmöglichkeiten sind eine wirklich gute Idee.“ Sie sind Teil eines Unterstützungsprogramms, das das Land bereits im Frühjahr 2021 zunächst für das zweite Halbjahr im Schuljahr 2020/2021 auf den Weg gebracht hat. Dazu zählen der Einsatz von Lehramtsstudierenden wie in Pasewalk, ein Finanzbudget für externe Unterstützungsleistungen sowie das Angebot zusätzlicher Lernförderung bei privaten Bildungsträgern, das bis zum Ende der Sommerferien 2021 läuft.

Festigung des Lernstoffes nach den Sommerferien Was ist für das neue Schuljahr 2021/2022 vorgesehen? Die ersten vier Wochen im neuen Schuljahr werden sogenannte Anschlusswochen sein. Das heißt, in diesen Wochen wird grundsätzlich kein neuer Unterrichtsstoff behandelt. Erste Lücken sollen geschlossen, Wissen zu wichtigen Themen soll gefestigt werden. Dazu wird es Lernstandserhebungen geben. Die Lernstandserhebungen werden nicht benotet. Außerdem werden die VERA-Kompetenztests 3/6/8 aus dem Schuljahr 2020/2021 jetzt in den 4 Jahrgangsstufen 4, 7 und 9 nachgeholt und geben ebenfalls wichtige Informationen für die schülerorientierte Unterrichtsplanung. Lehrerinnen und Lehrer haben somit die Zeit, Schülerinnen und Schüler bei ihrem individuellen Wissensstand abzuholen und ihnen zu helfen, in einen normalen Schulalltag zurückzufinden.

Abschlussklassen im Blick Gleich in den ersten Wochen des neuen Schuljahres (frühestens noch vor den Sommerferien) will das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur die Schulen auch über die prüfungsrelevanten Inhalte für die Abschlussklassen informieren. Die Schülerinnen und Schüler, die noch länger die Schulen besuchen, haben im Laufe ihrer Schulzeit die Möglichkeit, Lernrückstände problemlos auszugleichen. Bei Schülerinnen und Schülern der Abschlussklassen ist das anders, weil ihr Schulabschluss unmittelbar bevorsteht und deshalb gleich in die Vorbereitung gestartet werden muss. Eine Absenkung der Anforderungen ist dabei aber nicht geplant, sondern lediglich eine gezielte Eingrenzung der Prüfungsgebiete. Abschlussklassen sollen zudem als erste von den Angeboten der Digitalen Landesschule profitieren, die im Schuljahr 2021/2022 an den Start geht und die das Land dann Schritt für Schritt ausbaut. In der Digitalen Landesschule sollen zunächst für ausgewählte Fächer und Klassenstufen digitale Unterrichtseinheiten entwickelt und online bereitgestellt werden. Schülerinnen und Schüler können sie dann unabhängig von ihrem Wohnort jederzeit nutzen. Auf diese Weise soll u. a. verhindert werden, dass Unterricht ausfällt.

Fokus auf ganztägiges Lernen Ab Woche fünf beginnt dann für alle Schülerinnen und Schüler der Start in das neue „Lern-Schuljahr“. Einen besonderen Fokus legt das Land im weiteren Verlauf auf das ganztägige Lernen. An den Schulen soll das besondere Potenzial des Ganztags unter Mitwirkung der engagierten außerschulischen Kooperationspartner für einen abwechslungsreichen Schultag wieder vollumfänglich genutzt werden. Die Unterstützungsmaßnahmen, von denen Schulen wie die Grundschule „Ueckertal“ in Pasewalk schon jetzt profitieren konnte, werden im Schuljahr 2021/2022 fortgeführt. Auch zusätzliche Lernförderung mit Unterstützung privater Bildungsträger wird wieder möglich sein, damit Schülerinnen und Schüler die Förderung erhalten, die sie benötigen.

Unterstützung auch vom Bund Unterstützt wird das Maßnahmenpaket des Landes durch das bundesweite Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“. Die Bundesregierung greift damit den Ländern bei der Realisierung der Förderangebote unter die Arme. Zum einen reagiert die Bundesregierung auf die eingetretenen Lernrückstände von Schülerinnen und Schülern wegen des Ausfalls von Präsenzunterricht, zum anderen auf die psychosozialen Belastungen von Kindern, Jugendlichen und deren Familien. Insgesamt stehen zwei Milliarden Euro zur Verfügung. Die Hälfte davon ist für Fördermaßnahmen zum Abbau pandemiebedingter Lernrückstände in den Kernfächern – wie etwa Deutsch und Mathematik sowie einer Fremdsprache – vorgesehen. Mecklenburg-Vorpommern wird über dieses Programm ca. 19 Millionen Euro erhalten.