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Vier Gründer-Geschichten aus Mecklenburg-Vorpommern mit Vorbildfunktion

Auf der Erfolgswelle brettern – mit Longboards aus Handarbeit

Handgemachte Longboards aus heimischen Hölzern: Coole Idee! Dachten sich auch Frank Mersmann und Marius Drüding – und gründeten im Sommer 2014 die Marke Treibholz.

Die beiden Nordlichter und Hobbysurfer lernten sich während des Studiums in Stralsund kennen. In der windlosen Zeit feilten sie gemeinsam an ihrem Geschäftsmodell. Der Wirtschaftsingenieur Frank steuert das Wissen über bauliche Berechnungen und physikalische Eigenschaften ein. Außerdem bekam er von seinem Vater, einem gelernten Schiffsbauer, das handwerkliche Geschick und Know-how praktisch in die Wiege gelegt. Als Betriebswirt kümmert sich Marius um die Zahlen, packt aber beim Bau der Bretter mit an. Wie es sich für ein Start-up gehört.

Als die einheimische Werkstatt zu klein wurde, zog es die beiden in ein Ladengeschäft samt Keller in der Stralsunder Altstadt. „Leben und arbeiten in Küstennähe ist uns sehr wichtig“, sagt Frank Mersmann. „Wir tragen die Liebe zum Meer nicht nur im Markennamen, sondern auch im Herzen.“

So viel Leidenschaft zahlt sich aus. Denn der Umsatz im Laden und im Online-Shop wächst – genauso wie die Longboard-Community und das Umweltbewusstsein in Deutschland.

www.treibholzboards.de

Alles auf eine Karte setzen – mit einem Wissenschaftsmagazin für Jedermann

Zahlen, Daten und Fakten aus der wissenschaftlichen Forschung sind nicht gerade der Stoff für ein hippes Magazin. Doch! Das zeigt „Katapult“ aus Greifswald als Print- und Online-Ausgabe. Aber wer kommt bloß auf sowas? Benjamin Fredrich, als Student der Politikwissenschaften in Greifswald auch „Leidtragender“ trockener Statistiken. Dabei können Statistiken die Augen öffnen und überraschende Erkenntnisse liefern – wenn sie denn verstanden werden. Und genau deshalb gründete er 2015 gemeinsam mit ein paar Uni-Freunden „Katapult“. „Wir verwandeln Ergebnisse der Wissenschaft in anschauliche Karten und Grafiken, die jeder versteht“, sagt Katapult-Grafiker und -Lektor Tim Ehlers, Germanist und Kunsthistoriker.

„Katapult“ erscheint viermal im Jahr mit einer Auflage von inzwischen 41.000 Exemplaren und als digitale Ausgabe. „Wir finanzieren uns über den Verkauf im Einzelhandel und Abos“, sagt Ehlers. „Gewinn ausschütten dürfen wir als gemein­nützige Unternehmergesellschaft nicht, sondern nur genauso viel erwirtschaften, dass das Magazin überleben kann.“

www.katapult-magazin.de

Fishing for Compliments – mit Schmuck aus Fischleder

Kommt eine Frau in den Schmuckladen und bestellt Karpfen. Was klingt wie ein platter Witz, ist die geniale Geschäftsidee von Ramona Stelzer: Die 34-Jährige entwirft Schmuck aus Fischleder. Damit liegt sie voll im Nachhaltigkeits-Trend, denn ihr schuppiger Rohstoff ist eigentlich ein Wegwerfprodukt der Lebensmittelindustrie. Durch Gerben wird die Fischhaut konserviert und veredelt. Aus dem Fischleder designt Ramona Stelzer schmückende Accessoires wie Ringe, Ohrringe, Ketten und Armbänder – jedes ein Unikat.

Die gebürtige Baden-Württembergerin lernte ihr Handwerk von der Pike auf. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Goldschmiedin in Hanau und studierte anschließend Produkt­design an der Hochschule Wismar. „Hier an der Ostsee hatte ich dann die Idee, aus der schließlich mein eigenes Unternehmen wurde“, sagt Ramona Stelzer.

2014 machte sich die Diplom-Designerin selbstständig und eröffnete einen Laden in Wismar mit Online-Shop. Heute kaufen hier Einheimische und Touristen einzigartigen Gold- oder Silberschmuck mit Leder von Stör, Lachs, Karpfen und Co.

www.ramonastelzerdesign.com

Das Glück der Erde finden – mit einem artgerechten Reiterhof

Schon als Kind träumte Maria Babik von einem eigenen Pferdehof – nicht für Leistungssportler, sondern für Pferdeliebhaber.

Die 32-Jährige wuchs in Matzlow bei Parchim auf. Nach der Ausbildung zur Reittherapeutin in Berlin, folgte sie ihrem Herzen und ihrer Leidenschaft zurück in ihr Heimatdorf, um eine kleine Pferdepension auf- und auszubauen. Das war 2007. Und der Hof ist Schritt für Schritt gewachsen. Seit zwei Jahren führt Maria Babik das Geschäft gemeinsam mit ihrem Mann.

„Als Selbstständige können wir unsere eigenen Vorstellungen umsetzen“, sagt Maria Babik. „Wir wollen hier einen Ort schaffen, an dem sich Menschen und Pferde entfalten, begegnen und wohlfühlen können.“

www.reiterhof-babik.de