Klasse Klima

Klimaschutz ist heute ein Top-Thema in jedem Klassenzimmer. Wie ein schonender und respektvoller Umgang mit Natur und Umwelt in der Schule aktiv gelebt werden kann, zeigen vier erfolgreiche Projekte aus dem ganzen Land.

Grüne Ideen für den Schulhof
Grundschule „Marlower Loris“

Über 30.000 Schulen aus über 50 Nationen beteiligten sich an der Ausschreibung der internationalen Umweltbildungsorganisation Foundation for Environmental Education (FEE). Auch Mecklenburg-Vorpommern ist seit 2002 dabei – inzwischen mit 42 Schulen. Die Auszeichnung mit der grünen Fahne ging im Juni 2018 an die Grundschule „Marlower Loris“. Es war der verdiente Lohn für jahrelanges Engagement von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften.

Seit der Anmeldung 2016 haben 130 Mädchen und Jungen zahlreiche Ideen entwickelt und in die Tat umgesetzt, die eigene Schule ökologischer zu machen. Im Mittelpunkt stand die Gestaltung des neuen umweltfreundlichen Schulhofs. Bei den jährlichen Umwelttagen pflanzten sie gemeinsam mit Umweltminister Dr. Till Backhaus Bäume. Außerdem sammelten sie Müll. Einigen „Fundstücken“ hauchten sie im Upcyc­ling-Projekt neues Leben ein: Aus alten Plastiktüten flochten die Schülerinnen und Schüler Freundschaftsbändchen. Und aus leeren Milchpackungen bastelten sie Portemonnaies.
www.umwelterziehung.de

Mit Energie gegen Stromfresser
„Fritz Reuter“ Zarrentin Regionale Schule mit Grundschule

Über die begehrte Auszeichnung „EnergieeffizienzSCHULE M-V“ durften sich im September 2018 die Schülerinnen und Schüler der Regionalen Schule mit Grundschule „Fritz Reuter“ in Zarrentin freuen – und obendrein noch über ein Preisgeld von 400 Euro. Ihr Projekt „Den Stromfressern auf der Spur“ überzeugte die Jury aus kompetenten Fachleuten der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung von Energieeffizienz und Gebäudetechnik Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Seit 2014 suchen neun Schülerinnen und Schüler im Kurs „Natur und Umwelt“ nach Energiefressern in Klassenräumen. Dabei ging ihnen sprichwörtlich ein Licht auf: Sie fanden heraus, dass die Schulbeleuchtung einen viel zu hohen Anteil am Gesamtenergieverbrauch hatte. Und das wollten die Jugendlichen ändern. Mit Unterstützung des Amtes Zarrentin und Fördermitteln in Höhe von 160.000 Euro wurde die komplette Beleuchtung auf LED-Technik umgestellt. Das Ergebnis: eine Energieersparnis von preisverdächtigen 80 Prozent!
www.energieeffizienz-mv.de

Netzwerk mit grünem Daumen
Naturpark-Schule Krakow am See Regionale Schule mit Grundschule

Die Regionale Schule mit Grundschule in Krakow am See arbeitet eng mit dem Naturpark „Nossentiner/Schwinzer Heide“ zusammen. Seit September 2017 darf die Schule den Namen „Naturpark-Schule“ tragen. Damit ist sie Teil des Netzwerkes der Naturpark-Schulen im Verband Deutscher Naturparke e. V.

„Raus in die Natur“ steht in Krakow am See regelmäßig auf dem Stundenplan. Kinder der zweiten und dritten Klassen gehen einmal pro Woche mit echten Rangern auf Entdeckungstour, um sich zu jungen Naturpark-Rangern ausbilden zu lassen. Für alle Klassen steht ganzjährig das Thema „Natur und Umwelt“ im Fokus. Im Sommer 2019 nahmen die 1. bis 4. Klassen zum Beispiel an einer Umweltprojektwoche teil. Die 7. Klasse lernte in einem Survival-Camp, wie man ohne Smartphone in der Wildnis überlebt, und die 9. Klassen entdeckten das Naturwunder „Moor“. Auch die 22 Lehrerinnen und Lehrer lassen sich regelmäßig in Umweltbildung schulen.

Das „Netzwerk der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur, der UNESCO, ausgezeichnet.
www.naturparke.de

Eine Schule als Leuchtturm für den Klimaschutz Grundschule und Gymnasium Reutershagen
Wärmeaustausch durch ein Atrium, das mit UV-Folien bespannt ist: Was klingt wie die Architektenidee für einen innovativen Wolkenkratzer in Fernost, ist Schulalltag in Reutershagen. Denn die Grundschule und das Gymnasium haben nicht nur einen Schul-, sondern auch einen Klimahof. Durch die innovative Kombination von einer Photovoltaik- und Windenergieanlage mit der Holzfassade erzeugt die Schule mehr Energie als sie verbraucht. Das sorgt nicht nur für gute Laune, das tut auch dem Klima gut.

Das Konzept für die „Plus Energie Schule Rostock“ wurde bereits 2011 im bundesweiten Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ ausgezeichnet. Die Gesamtkosten für das Projekt lagen bei 11,8 Millionen Euro. Das Bundeswirtschaftsministerium übernahm 65 Prozent der Förderung und das Energieministerium Mecklenburg-Vorpommern 25 Prozent. Die Hansestadt Rostock investierte ca. 2,7 Millionen Euro.