Damit jede Schülerin und jeder Schüler frühzeitig weiß, wohin es nach der Schule gehen soll, hat das Land Mecklenburg- Vorpommern bereits zum Schuljahr 2017/2018 die Berufs- und Studienorientierung an den Schulen gestärkt. Insgesamt vier Phasen durchlaufen die Kinder und Jugendlichen seitdem in der Berufs- und Studienorientierung: die Einstimmung, das Erkunden, das Entscheiden und das Erreichen. Für Gymnasiastinnen und Gymnasiasten kam noch die verbindliche Berufsorientierung hinzu.

Jan, 11 Jahre alt: Ich will später viel Freizeit haben. Gibt es einen Beruf, bei dem das möglich ist? Wie will ich später mal leben? Wie wirkt sich die Arbeit auf mein Leben aus und umgekehrt? In der Einstimmungsphase ab Jahrgangsstufe 5 geht es genau darum. Die Schülerinnen und Schüler finden heraus, was es für sie bedeutet, zufrieden mit Beruf und Einkommen zu sein. Dafür besichtigen sie verschiedene Arbeitsplätze und erfahren Details über die Berufe der Eltern ihrer Schulkameraden und Schulkameradinnen. Außerdem besuchen sie den Girls'Day bzw. den Boys'Day. Dabei lernen Mädchen Berufe kennen, in denen überwiegend Männer arbeiten, beim Boys'Day ist es umgekehrt.

Emma, 13 Jahre: Ich male für mein Leben gern. Ob es einen Beruf gibt, in dem ich das machen kann? Welche Interessen, Stärken und Fähigkeiten habe ich? Welche Berufe passen dazu? Welche Bildungswege gibt es dafür? Ab Jahrgangsstufe 7 beginnt die Erkundungsphase. Dafür nehmen die Jugendlichen unter anderem an kooperativen Berufsorientierungsmaßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern (BOM) teil, absolvieren Werkstatttage und besuchen ein Berufsinformationszentrum sowie Messen. Partner für die o.g. BOM sind unter anderem Unternehmen, Verwaltungseinrichtungen, berufliche Schulen und Hochschulen. Wer keinen gymnasialen Weg geht, führt ab Klasse 7 einen Berufswahlpass. In diesem werden sämtliche Schritte und Erfahrungen in der Berufs- und Studienorientierung notiert.

Raphael, 14 Jahre: Welcher Beruf ist der richtige für mich? Welche Berufe kommen für mich in Frage? Welche Karrierechancen habe ich in den Berufen? Will ich studieren oder doch lieber eine Ausbildung machen? Diesen Fragen gehen die Jugendlichen in der Entscheidungsphase ab Jahrgangsstufe 8 nach. Sie schnuppern in verschiedene Berufe hinein, wählen ihren Wunschberuf und überlegen sich auch eine Alternative dazu. Dafür werden Sie von Mitarbeitenden der Agentur für Arbeit beraten, besichtigen Betriebe und Hochschulen, besuchen Berufsmessen und absolvieren Betriebspraktika, um nur einige Maßnahmen zu nennen.

Paula, 15 Jahre: Ich will Landwirtin werden. Wo kann ich das lernen? Und wie komme da ran? Welche Ausbildungsbetriebe und Hochschulen gibt es? Wie bewerbe ich mich? Wie läuft ein Bewerbungsgespräch ab? Was mache ich, wenn ich abgelehnt werde? Mit Jahrgangsstufe 9 beginnt die Phase des Erreichens. Die Schülerinnen und Schüler bereiten sich auf ihre Bewerbung vor. Bewerbungstraining und Assessment-Center-Training stehen hier im Vordergrund. Module zur Berufsorientierung gehören aber ebenfalls in diese Phase.

Henriette, 17 Jahre: Ich gehe aufs Gymnasium. Muss ich deswegen unbedingt studieren? Nein, natürlich nicht. Man kann genauso gut eine Ausbildung machen. Die Berufsausbildung soll auf dem gymnasialen Bildungsweg künftig das gleiche Ansehen genießen wie ein Studium. In der gymnasialen Oberstufe steht neben der Studienorientierung auch die Berufsorientierung auf dem Stundenplan. Betriebspraktika beispielsweise sollen beidem gerecht werden. Seit dem Schuljahr 2020/2021 wird Berufliche Orientierung in der gymnasialen Oberstufe in der Jahrgangsstufe 11 als Grundkurs vermittelt und ist damit sogar Schulfach.