Lehrerländertausch bringt neues Glück in Schwerin

Annabel Kiefer wechselte im Sommer 2019 über den Lehrerländertausch aus Hamburg ans Schweriner Gymnasium Fridericianum. Dass ihre Zukunft in Mecklenburg-Vorpommern liegt, hätte sich die Studienrätin nicht träumen lassen. Die Familie spielte bei ihrer Entscheidung eine große Rolle.

Manchmal wartet das Glück nur ein kleines Stück hinter der Entscheidung, die du noch nicht getroffen hast. Dieser kluge Spruch stammt zwar nicht von Annabel Kiefer, aber er passt perfekt zum Leben der 43-Jährigen. Seit Sommer 2019 unterrichtet sie am Gymnasium Fridericianum in Schwerin und sie hat den Lehrerländertausch aus ihrer ehemaligen Lieblingsstadt Hamburg in ihre neue Heimat nicht bereut. „Mit meiner Familie in Schwerin einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen – das fühlt sich unheimlich gut an“, sagt die Studienrätin.

Keine Angst vor dem Sprung ins Ungewisse

Vor sechs Jahren hätte sie noch nicht geglaubt, dass sie heute in den höchsten Tönen von Mecklenburg-Vorpommern schwärmen würde. Doch die Dinge entwickelten sich rasant. Frische Liebe, Heirat, Zwillinge, Elternzeit – alle Hände voll zu tun und gleichzeitig den Kopf voller Fragen. „Ich beschäftigte mich nicht nur mit unseren Jungs Niklas und Vincent, sondern auch intensiv mit meiner beruflichen Zukunft“, erzählt Kiefer. Sollte sie zurück in den vertrauten Hafen oder kopfüber in neue Gewässer?

Das Schicksal half ihr auf die Sprünge. „Als wir in Hamburg keine größere Wohnung fanden, reifte der Entschluss zum Umzug“, erläutert die Französisch- und Musik-Lehrerin. Apropos Musik: Ihre Schwägerin Ruth ist Sängerin im Opernchor des Mecklenburgischen Staatstheaters – durch Besuche bei ihr und zahlreiche schöne Konzertabende rückte Schwerin in den Blickpunkt. „Schwerin hat so viel zu bieten – alle, die uns hier besuchen, sind total begeistert.“

 

Aus Respekt wurde Begeisterung

Und wie lief das mit dem Lehrerländertausch? „Das war kein Problem“, antwortet Kiefer. „Nach Hamburg will immer irgendjemand und meine Fächerkombination war am altsprachlich ausgerichteten Fridericianum gerade gesucht.“ Allerdings hatte sie Respekt vor der neuen Herausforderung. Von den insgesamt rund 850 Schülern gibt es nämlich in jedem Jahrgang je eine Klasse mit Hochbegabten. „Das Niveau ist wirklich gut und es macht natürlich Spaß mit motivierten, leistungsbereiten Schülern zu arbeiten.“

Eine große Überraschung hat sie am „Fritz“, wie das altehrwürdige Gymnasium in der Landeshauptstadt genannt wird, übrigens auch schon erlebt. Im Januar hieß es plötzlich, dass bald wieder die traditionelle Faschings-Party anstehe. „Der Norden hat mit Fasching ja nicht viel am Hut, aber hier organisiert ein Kollege seit rund 25 Jahren mit seinem Elferrat eine tolle Feier.“ Höhepunkt sind natürlich die beschwingten Auftritte der vermeintlichen Pauker. „Stücke aus Moulin Rouge, der Hit YMCA in Netzstrümpfen und ich im Nonnenkostüm als Teil einer Sister Act-Performance – das hatte was.“

 

Radtouren, Zoobesuche und Ostsee-Spaß

Abseits des schulischen Geschehens begeistert sich die Hobbyseglerin für den fantastischen Freizeitwert der Region. „Wie heißt es so schön: Wir leben, wo andere Urlaub machen.“ Umgeben von herrlichen Seen sind im Sommer Radtouren zu den unzähligen Badestellen angesagt. „Die Kinder buddeln gerne am Strand von Zippendorf, wir nutzen häufig die Jahreskarte für den Zoo und in einer guten halben Stunde sind wir an der Ostsee – den Trubel und das Nachtleben der Großstadt vermisse ich nicht.“ Ganz im Gegenteil. Binnen eines Jahres haben sich die Kiefers sogar dazu entschlossen, ein Einfamilienhaus zu kaufen.

Würde sie den Lehrerländertausch empfehlen? „Natürlich muss man bei dem Verfahren auch ein bisschen Glück haben, aber wer bereit ist für Neues, der wird in Mecklenburg-Vorpommern garantiert nicht enttäuscht“, sagt Annabel Kiefer.

 

Fotos und Text: Patrick Kiefer

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